töchterchen
April 22, 2008 at 8:24 | In Kinder, privat, sentimental | 15 Commentsist heute fünf. zeit für die mama, mal wieder sentimental zu werden. zeit um sich zu erinnern. der winter 2002/2003 war ein langer. er dauerte bis zum 22.04. da reisten die letzten gäste ab und ich checkte am vorabend ins krankenhaus (ca. eine stunde autofahrt- also nix für blitzgeburten) ein. madame war 9 tage überfällig. ich hatte noch arbeiten müssen, weil eine der rezeptionsdamen damals einen trauerfall in der familie hatte. es war immer wieder lustig, wenn ein gast fragte: “na, wann ist es denn so weit?” konnte ich antworten: “gestern vor einer woche.”
die nacht im krankenhaus war happig. aber mit dieser tollen lmaa-pille erträglich.…die herztöne sind immer mal wieder bedenklich gewesen. aber keine wirkliche wehe in sicht. am morgen fuhr man mich von station in den kreissaal. ein spassiger einl.auf sollte dem fräulein auf die sprünge helfen…
als nix passierte, beschlossen sie, mich an den wehentropf zu hängen. und heissa! aua! da ging plötzlich die post ab. die hebamme meinte, jetzt könnte ich meinen mann anrufen, wenn er dabei sein möchte, sollte er jetzt antanzen. wenn das kein perfektes timing war. er hatte den letzten gast gerade verabschiedet und selbigen dann auf halber strecke wieder überholt
kurz bevor er dazu kam, stellte die hebamme fest, dass ich zwar hammermäßige wehen hatte, der mutt.ermund aber unverändert war. ich sollte “loslassen” und nicht so verkrampfen. eine pda mußte her. sie wirkte gerade, als der verbrecher erzeuger anrückte. (darum versteht er auch bis heute nicht, was so schmerzhaft am kinderkriegen sein soll)
von da an ging es recht flott. peng! (das war die fruchtblase) und dann, als es an´s pressen gehen sollte waren die herztöne plötzlich weg. mann wurde grob zur seite geschoben. plötzlich standen gefühlte 30 menschen um mich rum und hantierten mit seltsamen geräten. ein kind war da und war still. es wurde raus getragen, ohne dass ich es sehen konnte. um mich rum sah es aus, wie in einer schlachterei. sogar mein mann hatte spritzer abbekommen. ich wurde leicht panisch und sagte immer nur: “warum schreit sie nicht?” ein kind muß schreien, wenn es geboren wird. und zwar laut und gleich. (dachte ich) irgendwann (es kam mir vor, wie eine ewigkeit) hörte ich ein leises wimmern und mein mann wurde geholt.
zwei junge ärztinnen flickten mich mehr schlecht als recht (wie sich später erst raus stellte: ich wurde 14 tage später nochmal unter vollnarkose neu genäht) zusammen und unterhielten sich dabei grey´s mäßig über ihr wochenende. da hatte man mir schon versichert, es sei alles in ordnung- soweit. “nur” schlechter nabelschnur ph…
als ich wieder sehr, sehr schmerzhaft sitzen konnte (und diese schmerzen sollten noch wochen anhalten) fuhr man mich mit dem rollstuhl auf die neonatologie. hinter 5 brutkästen in einem wärmebettchen, fest nuckelnd an einem schnuller sah ich sie das erste mal…
15 Kommentare »
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schnüff. ich glaube, dieses bild wenn man das erste mal sein baby anschaut brennt sich einem für immer ein. ich sehe gerade den nassen violetten fabi zwischen meinen beinen liegen
(und meine hebamme hat auch ständig gemeint, ich müsste loslassen, ich wäre total verkrampft – na hallo? das tut schließlich weh!)
Kommentar von stadtfrau — April 22, 2008 #
Herzliche Glückwünsche an das große Mädchen!
Und an den Moment mit dem ersten Mal anschauen, der ja so enorm wichtig ist, kann ich mich kaum erinnern, weil ich soviel Blut verloren habe, dass ich nur noch vor mich hindämmerte und dann wurde ich auch schon in Vollnarkose versetzt, weil die Nach.geburt nicht vollständig war… Meine erste richtige Erinnerung sind verschwommene Bilder meiner Eltern, die ihr Enkelkind bestaunen wollten. Und ich wollte nur meine Ruhe. Nun ja! Die Muttergefühle kamen bei mir dann in der ersten Nacht – wo ich der SChwester löwenartig verbot, das Kind wieder mit in den Säuglingsraum zu nehmen, sondern es an meine Brust drückte und einschlief (könnte ein Grund dafür sein, dass Caitlin auch heute noch am liebsten bei mir schläft und nicht im eigenen Bett – seufz!).
Und welch schaurig-schöne Geschichte. Will ich wirklich ein zweites Kind? Auf diverse Schmerzen könnte ich einfach verzichten
Kommentar von Kathi — April 22, 2008 #
Alles Gute und Liebe an das Töchterchen!!! Feiert schön!
Das war eine Geschichte!!!! Und ich dachte, Max Geburt wäre kompliziert gewesen!!! Nie wieder werde ich so was behaupten!!!
Kommentar von Natalia — April 22, 2008 #
hachja. du wirst alt!
Kommentar von tyndra — April 22, 2008 #
meinen allerherzlichsten glückwunsch für dein töchterchen!! ja ja, sie werden so wahnsinnig schnell alt!!!
Kommentar von Frau Kathy — April 22, 2008 #
eine ähnliche Geschichte blogge ich dann am 10.05., dann wird Aliya drei und ich kann die Geburt Revue passieren lassen, sozusagen als Vorbereitung auf die Nächste…
Jedenfalls: die herzlichsten Glückwünsche aus der Krankenstation in Den Haag!
Kommentar von eine Familie wie andere auch — April 22, 2008 #
@alle: danke! (speziell an die schwangeren: jede geburt ist anders, jedes kind sowieso. ich hatte einfach zu viel darüber gelesen, wie es sein “sollte” und die doppelte nabelschnur-umwicklung konnte ja keiner ahnen. es ist alles gut ausgegangen
aber vielleicht versteht man so, warum ich ein problem mit den hausgeburtfetischisten habe. wir wären vielleicht beide dabei drauf gegangen@eine familie: gute besserung!!! ich hab´s gelesen
sowas von easy!
@kathy (ohne frau): darum war mein zweites ein wunschkaiserschnitt
Kommentar von stilke — April 22, 2008 #
oh weh, da hab ich als hormongebeutelte schwangere arg pipi in die augen.
aber sehr schön, dass das töchterchen nun groß, stramm und fit ist…auch von uns auf diesem wege alles erdenlich liebe zum geburtstag! und auch glückwunsch an die eltern
Kommentar von June — April 22, 2008 #
Da fängt die Geschichte so schön sentimental an. Man denkt: Hach, herrlich, gleich kommt das: “Und dann lag sie da auf meiner Brust” und dann sowas. Ach du meine Güte! Das ist ja furchtbar! Nur gut, dass man weiß, dass die kleine Große nun schon 5 ist. Sonst könnte man ja Angst bekommen!
Ich gratuliere auf jeden Fall!
Und schön, dass du wieder da bist.
Kommentar von Maria — April 22, 2008 #
Was für wunderbare Menschen doch im April Geburtstag haben;) Herzlichen Glückwunsch und alles Liebe dem Stilketöchterlein.
Kommentar von Frau Antonmann — April 22, 2008 #
Aua.Aua.Aua. – der Weg zum Töchterchen! Aber jetzt dafür alles umso schöner, oder? Ich habe schon gratuliert, tu es aber gern nochmal: Habt einen schönen Tag!
Kommentar von DüneSieben — April 22, 2008 #
Liebe Stilke, liebes Stilke-Töchterlein,alles alles Liebe zum 5. Geburtstag. Auch ein kleiner Stier … vielleicht sollten wir die beiden malbekannt machen … und meine “Geburtsgeschichte” weiß erstaunlicherweise große Parallelen auf. Ob das am Sternzechen liegt…?
Kommentar von workingmum — April 22, 2008 #
Alles Liebe für das Töchterlein zum 5. Geburtstag!
Kommentar von soulsilence — April 22, 2008 #
Alles Liebe an die Kleene! Und bei Deinem Bericht musste ich eben ganz heftig schlucken. Zum Glück seid Ihr ins Krankenhaus gefahren!
Kommentar von Yvonne — April 22, 2008 #
Oh, ich bin viel zu spät dran, wünsche trotzdem noch alles Gute und Liebe nachträglich!
Kommentar von Nadine — April 23, 2008 #