kommt eine schon etwas ältere dame mit schlecht selbst gefärbten haaren und einem statisten zur tür herein. (statist deswegen, weil er die ganze zeit über nicht ein wort sagen wird)

sie hält ein kleines rotes büchlein in der hand, das mir irgendwie bekannt vor kommt (weil es vor ca. 20 jahren den gästen als abschiedsgeschenk mitgegeben wurde).

sie hält es bedeutungsschwanger vor ihre brust und sagt: “ich möchte gerne zur frau stilke”

ich sage mit hochgezogenen augenbrauen: “das bin ich”

sie schaut etwas enttäuscht und verwundert und sagt: “da gibt es aber noch eine ältere, oder? (was ich darauf antworte ist unwichtig) wissen Sie, ich habe vor vielen, vielen jahren hier urlaub gemacht und ich koche immernoch gerne daraus.” sie hält mir das büchlein unter die nase und blättert darin.

ich sage: “das ist aber schön.”

sie sagt: “und jetzt hatte ich einen bandscheibenvorfall. ich habe auch die röntgenbilder mit, damit sie wissen, dass ich keinen spass mache.” an dieser stelle mußte ich mir wirklich schon in die zunge beißen, damit ich nicht laut lache. nebenbei war ich natürlich wahnsinnig neugierig, was sie jetzt eigentlich von mir wollte.

sie traut sich endlich: “mein arzt hat mir regelmäßiges schwimmen verordnet. die verordnung habe ich auch dabei.” (nackchtigall ik hör dir…) “dürfte ich vielleicht in ihr schwimmbad gehen?”

[darum schenken wir den abreisen seit einigen jahren ganz köstliche marmeladen. die halten sich nicht soooo lange, dass damit irgendwer noch in zwanzig jahren auf die idee kommen könnte, irgendwelche forderungen rückwirkend zu stellen. so nach dem motto: "damals war ich ja nicht in der sauna. könnte ich sie eventuell heute ausprobieren..." ]