dass ein und der selbe gast an zwei tagen hintereinander ein haar (ein wirklich echtes, langes) in seinem essen findet? und wie komisch kommt es einem erst vor, wenn es der einzige gast in 10 jahren ist, dem soetwas ekliges unangenehmes widerfährt?

es folgt ein schwank in drei akten aus meiner wirtinenvergangenheit.

1. akt: 1. tag. gast (sieht aus wie clark kent ende vierzig) beschwert sich über ein haar im essen. mitarbeiter in küche und service versuchen sich als csi-spezialisten und wollen seinen (den des haares, der von clark ist klar) werdegang rekonstruieren (wie ist es da hin gekommen), beschaffenheit (wellig, gerade? blond? braun?) und wenn möglich den menschen mit haarausfall übeltäter im staff ausfindig machen. dabei schrecken selbst wir (die chefetage) vor nichts zurück. um bessere vergleichsmöglichkeiten zu haben, reißen wir uns gegenseitig die haare aus und stehlen eine dna-probe vom gast. (dazu dient eine haarbürste im badezimmer des selbigen) die ermittlungen führen zu keinem ergebnis und werden eingestellt.

2. akt: 2. tag. der vorfall scheint vergessen (cold case) und wir trösten uns damit, dass ein solches vorkommnis in einer dekade noch keinen anlaß zur sorge gibt. erst, als selbiger gast an diesem abend wieder ein haar in seinem essen reklamiert, bricht leichte panik unter uns verantwortlichen aus. wie kann das sein? ist er vielleicht der einzige mit super-sehfähigkeit (clark kent eben) und den anderen fällt nur einfach nichts auf? fallen sie ihm selbst vom kopf? oder - und das ist am ende des tages “unser dringendster verdacht” - er will am ende seines urlaubs eine preisminderung erpressen und inszeniert das ganze.

3.akt: 3. tag. bis kurz vor dem abendessen überlegen wir fieberhaft, wie wir diese schlimme sache in den griff bekommen können. irgendwie fällt unser blick beim nachdenken auf unsere videokamera (damals noch eine “alte”, relativ große, mit tape und kurzer akkuleistung). genau. wir filmen den burschen beim essen. und dann sehen wir ja (unter umständen) ob er die haare, die er dann im essen findet, irgendwo aus dem hut der tasche zaubert und am teller trapiert. die kamera wird hübsch in der wanddeko versteckt. mit zoom auf den gast. wir fühlen uns wie james bond beim gault millau. kurz bevor das dessert serviert wird, fängt der akku an zu piepsen. service und gäste in diesem teil der speisesaals schauen sich suchend um. die eingeweihten schauen etwas weniger gründlich.  wir zittern kurz, und fürchten, dass unsere spionage aktion auffliegt. für diesen fall will uns beim besten willen keine schlüssige erklärung einfallen. aber: alles geht gut. allerdings haar hat er an diesem abend keines mehr gefunden. auch an den darauffolgenden nicht.

wir haben ihm zum abschied eine billige flasche wein mit auf den weg gegeben. weil er widererwarten beim zahlen nicht reklamiert hat. jetzt haben wir ein spanner-videotape von clark kent beim essen. noch heute (und es ist schon einige jahre her) lachen wir tränen, wenn wir an diese aktion zurück denken.  mir fiel es gerade ein, weil ja praktisch minütlich spams kommen, die einem anbieten, mit der videokamera geld zu verdienen. SOLCHE AUFNAHMEN sind damit vermutlich nicht gemeint, oder?