tagesempfehlung
Oktober 23, 2007 von stilke
und andere irttümer:
wenn ein restaurant oder wirtshaus eine meist auch vergünstigte speise als empfehlung auf der karte anführt, dann ist das in der regel nicht der fall, weil der koch meint, dass diese speise grenzgenial schmeckt und er sich bei der zubereitung selbst übertroffen hat. NEIN! ein grund dafür ist ganz oft, dass der küchenchef versucht, eben dieses gericht noch schnell los zu werden, bevor es von alleine aus der küche rennt bevor es unansehnlich und ungenießbar wird und ihm der lebensmittelkontrolleur die lizenz entzieht.
vor allem in der bayerischen (ober-, nieder- und sonsto) provinz sind beim italiener und griechen gerne auf den tischen und an der türe schilder zu finden, mit der vielversprechenden aufschrift: “heute frische muscheln”. unglaubwürdig spassig wird das ganze durch die tatsache, dass wirt man dieses schild noch nicht mal am ruhetag entfernt und das ganze jahr hindurch (auch in monaten ohne “r”) stehen läßt. ich werde hier nicht erklären, warum die angeprießenen meeresfrüchte allenfalls frisch aufgetaut sein können soviel geographisches grundwissen traue ich euch zu.
noch was: eine besonders große speisenauswahl (mit der sich vor allem auf dem land gerne die gasthäuser brüsten) ist KEIN QUALITÄTSMERKMAL. es bedeutet NICHT, dass sich 30 köche für 10 gäste verausgaben, sondern nur, dass der angelernte polnische abwäscher koch dort, eine besonders große gefriereinheit, mehrere mikrowellen und fritteusen beherrscht.
so. das mußte mal gesagt werden!

Ich liebe es, hin und wieder essen zu gehen, aber ich sag auch immer, dass ich lieber nicht sehen will, wie es in der Küche so zugeht. Egal in welchem Restaurant. Am liebsten sind mir sowieso die Familienbetriebe, irgendwo am Berg. Da weiß man noch, was man aufgetischt bekommt. In Wien sind die alerdings sehr schwer zu finden
Die Familienbetriebe genauso wie auch die Berge…
In meinem Lieblingsrestaurant ist die Küche einsehbar. Nur eine Glasscheibe trennt die Gäste von den Köchen (wenn man denn hinschauen will). Da sieht man schön, was die machen.
Die Karte ist klein und fein und wird der Saison angepasst. Heimische Erzeugnisse werden aufgetischt, Bauern, Schnapsbrenner und Restaurant sind gelungene Kooperationen eingegangen, so dass man auch noch mal beim Koch anfragen kann, wo man denn den guten Apfelbrand bekommt (und sicher sein kann, dass das nur fünf Kilometer weiter auf dem Apfelhof ist…
Falls also mal jemand von Euch in der Nähe von Frankfurt sein sollte:
http://neidharts-kueche.de/
@nadine: sehr philosophisch drauf heute, oder?
@wortteufel:
bin ich jemand?danke für den tipp!Ich bin ja ein leidenschaftlicher Salatesser und mußte schon bei so manch einer Bestellung den Kellner bitten, den Teller MITSAMT lebender Fleischbeilage, sprich Wurm, zu entfernen. Mein Vater isst genau deshalb nur dann auswärts, wenn er sich mehr als 400km von seinem Zuhause entfernt hat, was ich ziemlich übertrieben finde, da er eine absolut ablehnende Haltung gegenüber jedem nicht von Muttern (Tochter/Gastgeber etc.) zubereitetes Essen hat.
Die “Tagesempfehlung” habe ich bisher nicht aus “Deinem” Blickwinkel gesehen, muß aber zugeben, das Deinen Ausführungen eine gewisse Logik innewohnt!
- Übrigens: Dein Avatar habe ich just gestern bei Amazon in Buchform bestellt, weil ich finde, daß der Inhalt des Buches und somit auch das Avatar perfekt zu uns passt. Wir sind eben doch irgendwie anders, Du offensichtlich auch
- und es muß natürlich “zubereiteteN” Essen heißen!
- heißt es das oder der Avatar?
ich liebe dieses buch. und außerdem macht das vorlesen damit richtig spass, weil die verse schön rhythmisch sind… (”irgendwie anders” würde auch passen!)
gegenfrage: heißt es “das”, “der” “auf” “im” blog? avatras oder avatare?
fragen über fragen…
Die Sache mit dem Tagesgericht ist bei näherer Überlegung eingentlich nur vernünftig, wer verliert schon gerne seine Lizenz
Die Begeisterung mancher Zeitgenossen für die üblicherweise beim Italiener angebotenen Miesmuscheln ist mir schon immer ein Rätsel. Miesmuscheln gedeien umso besser, je dreckiger das Wasser ist (echte Dreckfresser). Angeblich gibt es daher besonders schöne Miesmuscheln in der Nähe des Ölhafens von Triest und der Abflüsse der Chemiefabriken von Maghera.
@Nadine Daher heisst es ja auch, was das Auge nicht sieht macht dem Magen nichts aus (hoffentlich). Ich erinnere mich da gern an die Zeit, als ich mein Taschengeld in eienr Pizzeria aufgebessert habe.