ehemalige lehrlinge/azubis
September 26, 2007 von stilke
kein geheimnis: der österreichische tourismus leidet unter einem facharbeitermangel. in den 5*+ paradebetrieben arbeiten im service angelernte deutsche studenten, die in ihrem leben noch keinen fisch zerlegen durften geschweige denn flambieren können, dafür aber nett anzuschauen sind eher aussehen als hätten sie ein casting bei bruce hinter sich und sich von den einheimischen allein schon dadurch gewaltig unterscheiden, dass sie aktive körperpflege betreiben dass man sie beim sprechen versteht (und das sogar wahlweise noch in relativ gepflegtem englisch).
trotz widriger umstände (zb wird man einen lehrling-der nix taugt nur wieder los, wenn man ihm eine schwere straftat nachweisen kann) für die unternehmer, werden auch lehrlinge ausgebildet. wir haben uns auch schon des öfteren der herausforderung gestellt den spass gemacht. wozu? frage ich mich an so tagen wie gestern. da treffe ich eine relativ fähige köchin, die eine gute ausbildung bei uns genossen hat -gerade 20 jahre alt- mit einem baby (name: kaitlin!?) auf dem arm vor dem drogerie markt. mit einem gesichtsaudruck der sagt “karriereziel erreicht” ich bin so stolz auf das, was ich geschafft habe. ich bin und bleibe mutter.
einige andere meiner ehemaligen würde ich vormittags in den caféhäusern rund um den kindergarten treffen wo sie die zeit absitzen bis der kindergarten aus ist.
heute am abend spätestens werde ich wieder frustriert “überkochen”: dann sitze ich mit den mädels im kindergarten beim elternabend muß mir (zum 3ten mal inzwischen) eine moralpredigt über milchzahnpflege anhören. weil die meisten kinder dieser kinder anstelle der zähne verfaulte kauleisten haben…
vielleicht sollte man eher “kinderaufzucht” als lehrberuf anbieten. der bedarf wäre vorhanden!

[...] hat lust, sich das x-te mal über frühkindliche zahnpflege aufklären zu lassen und nebenbei ein ehemalige-azubis-treffen abzuhalten. sorry, wenn das jetzt arrogant drüber kommt. aber das brauch ich heute echt nicht! [...]