mein mann war gestern noch so lieb, und wollte mich ein wenig mit rotwein aufpäppeln. der gute tropfen hat mir entgegen meiner sonstigen gewohnheiten so überhaupt nicht geschmeckt. zu quer lag mir der gestrige tag im magen. eure aufmunternden worte taten aber soooo gut.

bevor ich heute diese aussicht genießen konnte,  mußte ich mich regelrecht aus dem bett quälen. viel lieber hätte ich noch ein weiteres vollbad im selbstmitleid genommen.

es hilft nix. früher oder später muß ich mich dem ganzen stellen. nachdem ich dieser person die letzten monate erfolgreich aus dem weg gegangen war, hat mich gestern alles wieder eingeholt. überrollt. und dafür auch gleich umso intensiver.

so, als hätte jemand das gefäß, das die langsam überlaufende geschmolzene suppe aus angst/frust/hilflosigkeit auffängt zwar größer aber dafür umso brüchiger angelegt. und so wäre ich gestern in einer noch gewaltigeren, ätzenden flut beinahe ersoffen.

obwohl ich dieser person vielleicht in vielem wirklich haushoch überlegen bin, hat sie den vermeintlich “mächtigeren” partner an ihrer seite (nr. 2 von meinen “angstmachern”).

realistisch betrachtet, werde ich/werden wir uns wohl weiterhin alle willkür gefallen lassen müssen. alles schlucken. nicht aufdecken, nicht anschwärzen usw.

solange es realistisch scheint, dass die abhängikeit bald geschichte sein wird, geht das auch.

es ist “einfach” eine verzwickte, verfahrene familien- firmen- konstellation die manchmal ausweglos scheint.