von schreiberlingen

Juli 16, 2007 at 8:30 | In Alltag, Erlebnisse, Lästereien, berufsgruppen, eigenheiten | Leave a Comment

Mein mann hat eine spezielle abneigung gegen spezielle berufsgruppen entwickelt. Natürlich beruht diese, auf jahrelangen erfahrungen. Blöd nur, wenn man so einem manchmal dann noch „in den arsch kriechen“ muß…

Dazu gehören journalisten. Am schlimmsten sind die so genannten „reisejournalisten“.

Sagen wir eine pr agentur oder der örtliche tourismus verband organisiert eine pressefahrt und wir haben die ehre, die herrschaften von der schreibenden zunft zu beherbergen. Die meisten sind dann so gut vorbereitet, dass sie grad mal auswendig wissen in welchem land sie sich aufhalten (früher war die währung auf den preislisten ein toller hinweis!)

Das schlimmste sind diese teils schon unverschämten forderungen.

Gut übers zimmer hat sich noch keiner beschwert (ist eh meist das schönste) aber wie kommen die typen dazu, immer noch den teuersten wein zu bestellen, zigaretten und zigarren nicht selbst zu bezahlen und dann bei der abreise noch wein mitnehmen zu wollen. So nach dem motto: die rechnung geht an…

Oder sie schreiben dann über das nachbar hotel alsob sie dort gewohnt hätten?!

Eine begebenheit hat mich kürzlich auf die palme gebracht. Wir waren bis auf die letzte dachkammer (aber doch zumutbar und bei manchen gerade deswegen recht beliebt) ausgebucht, als ein deutscher staatsbürger (hätte in diesem fall auch ein österreicher sein können) telefonisch anfragt für ein einzelzimmer für einige tage. Wie lange genau weiß er noch nicht, weil er das wetter abwarten will (ui! Das hab ich vielleicht gerne). Ok. Er wollte nicht schriftlich bestätigen. Also hätten wir das zimmer rein theoretisch gar nicht frei halten müssen. Weil er aus süddeutschland war, war er recht schnell vor ort und hat dann doch (gezwungener maßen) für 3 tage unterschrieben. Wegen dem preis hat er nichts gemeint- kein versuch zu handeln nix. Das wetter war eigentlich ganz schön (vielleicht hat er also zu viel sonne bekommen) und er kam am abreisetag nach dem frühstück zu mir, um zu bezahlen.

Da ging es los!: das zimmer wäre eine zumutung und seine frau (die war nicht mit) wäre sowieso sofort wieder heim gefahren… wir hatten schon am telefon auf die dachschräge hingewiesen. Und dann kam der hammer (und warum diese geschichte zu den journalisten passt klärt sich jetzt auch auf) er ist freischaffender Reisejournalist für ein deutsches Magazin und testet „Last Minute Reisen“. Ja super, sage ich. Wir wollen ja auch lieber langfristige buchungen. Ich wolle nicht, dass er schreibt, man bekommt bei uns auf gut glück die schönste suite, und die vielleicht noch geschenkt… als er mich mit seinem „beleidigter dackel blick“ zu wort kommen ließ, fragte ich ihn, ob er uns erpressen wolle. Er hat dann rumgemotzt wie ein trotziges kleines kind und widerwillig alles gezahlt. Eine kleine genugtuung kam noch hinterher. Er hatte einen pullover im zimmer vergessen. Am abend rief er an und meinte ganz kleinlaut, ob wir ihm diesen bitte nachschicken könnten. Er würde auch die kosten übernehmen. „Das machen wir doch gerne“, sage ich ein wenig übertrieben freundlich. Er darauf: „naja, weil ich doch nicht so besonders nett war?“

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